Möglicher Tagesablauf im Leben eines Neugeborenen (1-2 Monate)

Sarah Mann·7 Minuten Lesezeit

Ist das überhaupt möglich?

Tagesablauf Baby — Möglicher Tagesablauf im Leben eines Neugeborenen (1-2 Monate)

Kann man einen typischen Tag mit einem Neugeborenen darstellen? 😉

Sicherlich ist es schwierig (ja, vielleicht sogar verwerflich :-)), doch die Erfahrung zeigt, dass ganz viele Mamas genau das einmal sehen möchten.

Schließlich wollen wir uns vergewissern, dass das Leben anderer frischgebackener Eltern genauso verrückt ist wie unseres, oder?

Hier ist also ein möglicher Tagesplan im Leben eines Neugeborenen zwischen der 2. und 8. Woche.

Der Plan geht von einem gesundem Stillbaby aus, das bei normaler Milchproduktion der Mama ganz gewöhnlich trinkt.

Natürlich sieht der Tagesablauf ganz anders aus, wenn dein Baby viel schreit oder viel spuckt oder eine Wachstumsphase durchmacht. (Lies dazu auch: Wie du die ersten Monate mit deinem Neugeborenen meisterst – Die neue Normalität, Schlafverhalten und Schlafbedarf (0-5 Mon.)).

Womöglich braucht dein Baby also kürzere oder längere Stillabstände.

In den ersten Monaten gibt es eine sehr weite Spanne, was den Begriff „normal“ anbelangt.

Tagesablauf Neugeborenes

Möglicher Tag im Leben eines gesunden und voll gestillten Neugeborenen (4.-8. Woche)

8:30 Uhr – Wach und Stillen * 9:30 Uhr – Nickerchen (30-90 Minuten) 10:30 Uhr – Wach und Stillen 12:00 Uhr – Nickerchen (30-90 Minuten) 13:00 Uhr – Wach und Stillen 15.00 Uhr – Nickerchen (30 – 60 Minuten) 16:00 Uhr – Wach und Stillen 17:30 Uhr – Nickerchen (30 – 60 Minuten) 18:00 Uhr – Wach und Stillen 19.00 Uhr – Nickerchen (20 – 30 Minuten) 19:30 Uhr – Wach und Stillen 21:00 Uhr – Nickerchen (20 – 30 Minuten) 21:30 Uhr – Wach und Stillen 23:00 Uhr – Stillen und Schlafenszeit * 3.00 Uhr – Stillen und weiterschlafen 6:00 Uhr – Stillen und weiterschlafen

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So groß wie eine Haselnuss

Neugeborene essen tatsächlich immens oft. In diesem Plan sind es 10 Stillmahlzeiten in 24 Stunden.

Häufiges Stillen ist kein Problem, das beseitigt werden muss, sondern es ist völlig natürlich!

Bedenke, der Magen eines Babys ist bei der Geburt so groß wie eine Haselnuss. Nach einer Woche so groß wie eine Aprikose. Und nach knapp zwei Wochen hat er die Größe eines Hühnereis.

Im Tagesplan oben sind 6 Nickerchen einberechnet. Auch das ist sehr relativ: An Schlaftagen können es auch nur 3-4 sein und an einem Unruhetag, wo es nach 5-20 Min Nickerchen wieder aufwacht, auch mal mehr.

Es gibt auch Neugeborene, deren Tagesablauf völlig anders aussieht, da sie kaum wach zu bekommen sind und mehrere Stunden am Stück schlafen. Mein fünftes Kind war so. Dafür war sie nachts von 00 bis 3 Uhr gerne wach und hat sehr viel geschrien. Die Tage waren also entspannt, die Nächte sehr herausfordernd. Auch so eine Variante ist nicht lustig, aber doch im Bereich von „normal“.

Mache dir bitte in den ersten 6-8 Wochen keinen Stress um irgendwelche Zeitpläne oder Fütterungsabläufe. Gönnt euch die Zeit und kuschelt so viel es geht.

Und folgenden altbewährten, wichtigen Tipp kann auch ich sehr weiterempfehlen: Lege dich ins Bett, sobald dein Baby schläft!

Abendlicher Fütterungsmarathon

Kennst du das? Wenn dein Neugeborenes am Abend nur an deiner Brust hängen möchte und höchst ärgerlich wird, wenn du oder Papa ihm einen anderen Plan vorschlägt?

Dieses Phänomen nennt man „Clusterfeeding“ (gehäuftes Füttern) und es könnte ebenfalls zu deiner neuen Realität gehören.

Viele Experten sind sich darin einig, dass „Clusterfeeding“ ein ganz normales Phänomen in der Neugeborenenphase ist (insbesondere für die ersten beiden Monate).

Und die gute Nachricht dabei ist, dass – so die Experten – es dem Baby im Anschluss ermöglicht seine längste Schlafphase in der Nacht zu haben. Dein Babylein füllt folglich seinen Milchtank auf!

Darum: Auch wenn es erschöpfend sein kann, akzeptiere es als Realität und mach das Beste daraus. Lass dir den Tee zum Sofa bringen. Schnapp dir ein gutes Buch. Und genieße es, so gut es geht, wohlwissend, dass sich der Magen deines Babys trainiert wird, sodass es wunderbar wachsen und gedeihen kann und (hoffentlich) besser und länger schläft.

Clusterfeeding ist besonders in den ersten 2-3 Monaten ein Thema und insbesondere wenn ein Wachstumsschub ansteht.

Fläschchenbaby

Wie könnte ein typischer Tagesablauf eines Babys, das mit Fläschen gefüttert wird, ausschauen?

Ersatzmilch aus dem Fläschchen ist schwerer verdaulich und hält das Baby länger satt. Deshalb sind in der folgenden Übersicht weniger Fütterungszeiten eingefügt.

Die Nickerchen verteilen sich aber trotzdem kreuz und quer über den Tag. Und auch hier gilt: Wenn du Glück hast, befinden sich die Wachphasen nicht mitten in der Nacht, sondern wie in diesem schönen Plan am Tag.

Denk bitte daran: Dieser Tagesablauf ist nur eine Orientierungshilfe und nicht zum Nachmachen gedacht! (Schade, dass unsere Babys nicht lesen können. ;-)).

Wieder beruht es auf einem gesunden Neugeborenen zwischen der 2. und 8. Woche.

Möglicher Tag im Leben eines gesunden und Flaschen-gefütterten Neugeborenen (4. Bis 8. Woche)

8:30 Uhr – Aufwachen und Fläschchen * 9:30 Uhr – Nickerchen (60 – 90 Minuten) 11:00 Uhr – Wach 12:00 Uhr – Fläschchen und Nickerchen (30 – 60 Minuten) 13:00 Uhr – Wach 14.30 Uhr – Fläschchen und Nickerchen (60 – 90 Minuten) 16:00 Uhr – Erwachen und Füttern 17:30 Uhr – Nickerchen (30 – 60 Minuten) 18:00 Uhr – Wach 19:00 Uhr – Fläschchen und Nickerchen (30 – 60 Minuten) 20:00 Uhr – Wach 21:00 Uhr – Nickerchen (30 – 60 Minuten) 21:30 Uhr – Wach und Fläschchen 23:00 Uhr – Fläschchen und Schlafenszeit * 4.00 Uhr – Fläschchen und gleich wieder schlafen 7.00 Uhr – Fläschchen und gleich wieder schlafen

Nochmals: Diese Pläne sollen dir nur eine Orientierung geben und sind nicht zum Nachmachen gedacht! (Mit einem festen, planbaren Tagesablauf kannst du ab 4-6 Monaten rechnen.)

Meine Erfahrung

Meine Babys hielten lange nicht so viel davon, ihre Wachphasen nur auf den Tag zu verteilen. (Wäre irgendwie auch langweilig, oder?)

Mittlerweile mit mehr Erfahrung im Rucksack habe ich verstanden, dass man gerade die ersten beiden Monate – was den Schlafplatz und die Schlafumgebung anbelangt – nicht viel „falsch“ machen kann.

Ich habe in den ersten sechs bis acht Wochen die Flexibilität genossen und Babylein überall einschlafen und weiterschlafen lassen. Im Arm (der Klassiker), im Autositz, der Trage, im Kinderwagen, in der Babyschaukel, im Familienbett – ganz egal. Und möglichst bewusst nicht im Dunkeln, damit sie verstehen, wann Tag und Nacht ist…

Erst ab Ende des zweiten Monates hilft es mehr und mehr auf gewisse Regelmäßigkeiten und eine feste Umgebung zu achten, die dem Babyschlaf förderlich sind.

Tipp: Ist dein Kind sensibel und leicht irritierbar, hilft es, von Anfang an auf ein bis zwei gleichbleibenden Schlafplätze zu achten. Das kann Orientierung und Sicherheit geben.

Jetzt bist du gefragt

Wie ergeht es dir mit deinem Neugeborenen?

Hält es auch viele kurze Nickerchen? (Zwei meiner Babys waren Meister darin. Ich nannte sie die „40-Minuten-Babys“.)

Vielleicht hast du aber auch einen Nickerchen-Weltmeister zu Hause? Ich hätte es nicht geglaubt, dass man tatsächlich das „Problem“ haben kann, dass ein Baby zu viel und zu gut am Tag schläft. 🙂 Aber voilà, da hat mich eines meiner Babys doch noch eines besseren belehrt! Sie hätte den ganzen Tag verschlafen und die ganze Nacht durchgemacht, hätte ich sie nicht immer wieder zum Stillen und Wachsein geweckt. (Leider hat ihr wunderschöner Tagesschlaf sehr negative Folgen auf den Nachtschlaf gehabt.)

Ich freue mich auf deine Fragen und Kommentare.

Deine Sarah

Deine Sarah

Über die Autorin

Sarah Mann

Siebenfache Mama. Zertifizierte Sensitive Sleep Consultant des ISSC Australia. Gründerin von Babyschlummerland. Schreibt seit zehn Jahren über bindungsorientierten Babyschlaf, weil sie selbst Jahre gebraucht hat, um den eigenen Weg zu finden.

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